Hat Sie in letzter Zeit auch jemand gefragt „Warum tust du Dir das eigentlich an“ (wobei das „eigentlich“ in diesem Fall als Verstärker wirken soll). Vielleicht haben Sie gestutzt, dann kurz nachgedacht und schließlich gesagt „weil es mir Spaß macht“, „weil ich neugierig bin“, weil ich das erfahren will“.

Der Satz „warum tust Du dir das eigentlich an“ ist mir erst in der letzten Woche wieder begegnet, verschärfend durch die Ergänzung „in Deinem Alter“. Wer nicht arbeiten muss, sollt die Zeit mit Freizeit verbringen, ist die gängige Meinung. Ich arbeite immer noch neben meinen Fahrradtouren, Kochabenden, Treffen mit Freunden und Reisen. In meiner langjährigen Angestelltenzeit ist mir die Freude an meinem Beruf erhalten geblieben. Deshalb habe ich mich selbstständig gemacht, um meine Erfahrungen weiter zu geben. Arbeit ist für mich positiv, gibt mir Kraft. Ich habe mich daher gefreut, dass ich in der neuen Podcastserie Neustart 50+ von Yani Neugebauer über meinen Berufsweg berichten kann. Dabei wurde mir selbst klar, wie wertvoll die Freude an einer Tätigkeit ist, dass dafür Motivation, Mut und Neugier wichtig sind.

Sicher kennen Sie das auch, wenn Ihnen etwas keinen oder nur wenig Spaß macht, dann fragen Sie sich schnell mal „was hat das alles eigentlich für einen Sinn“. Spaß und Sinn bei der Arbeit sind eng miteinander verbunden. Neugierig sein, Neues wagen, eher aktiv gestalten als passiv warten auf den Chef, damit sich etwas ändert, daran haben Menschen Freude und erkennen eher einen Sinn an dem was sie tun.

Es ist Ihre Entscheidung, ob Sie Freude und Spaß an der Arbeit haben.

Natürlich gibt es manchmal Tage, an denen es Schwierigkeiten im Projekt gibt, die Kollegen nerven, oder Sie Probleme zu Hause haben. Spielen Sie sich nichts vor. Kein Job macht jeden Tag Spaß. Das ist normal. Hier geht es jedoch um Ihre Einstellung:

  • Ihre innere Haltung
  • Ihre Motivation
  • Ihre Selbstführung

Wenn Sie etwas aus Spaß tuen, sind Sie auch motiviert. Diese Motivation kommt von innen, von Ihnen selbst. Sie bringen dann eine Leistung, nicht weil es Ihnen jemand anders gesagt hat, sondern weil Sie Interesse haben, Begeisterung verspüren und vor allem aus eigener Entscheidung heraus. Das gilt sowohl für Ihre Arbeitsleben als auch für Ihr Privatleben. Ihre innere Antriebskraft macht Sie stark und Sie erreichen Ihre Ziele leichter.
Freude an der Arbeit hat auch nachweislich positive Effekte auf Ihre Gesundheit, denn Ihr Körper schüttet Glückshormone aus, wenn Sie mit Begeisterung und Hingabe Ihre Arbeit erfüllen. Deshalb ist Spaß bei der Arbeit leistungssteigernd. Das sollte in Führungskräftetrainings viel häufiger ein Thema sein.

Mit Spaß ist dein Team produktiver.

Wenn Sie ein interessantes Projekt haben, wenn Ihre Arbeit Ihre Kreativität fordert und Sie Ihre Stärken einsetzen können, Sie in einen Flow kommen, dann sind Sie produktiver und haben mehr Spaß an Ihrer Arbeit. Sinn, Spaß, Erfolg und intrinsische Motivation bedingen einander. Das gleiche, was für Sie gilt, gilt übrigens auch für Ihre Mitarbeiter.

Wenn Sie als Führungskraft möchten, dass Ihre Mitarbeiter bessere Leistungen bringen und Sie ihre intrinsische Motivation steigern möchten dann fördern Sie folgende Aspekte.

5 Tipps, um die intrinsische Motivation Ihrer Mitarbeiter zu steigern:

  • Geben Sie ihnen Aufgaben, bei denen sie ihre Stärken beweisen können
  • Sorgen Sie für Abwechslung und ein Gefühl der Herausforderung
  • Geben Sie ihnen Verantwortung und einen angemessenen Freiraum, um selbst zu entscheiden
  • Schaffen Sie Rahmenbedingungen für eine einzigartige Unternehmenskultur, die Fehler zulässt und Kreativität fördert
  • Machen Sie Ihre Mitarbeiter stark, seien Sie Coach und Enabler – Möglichmacher

Meine Devise: mit Spaß, Mut und Neugierde dran bleiben am Leben.

Wie ich selbst mit Spaß mein Arbeitsleben gestalte, warum mutig sein Ihr Leben erweitert, Neugierde das Denken beflügelt, warum ich mir das immer noch antue und wie ich Andere in ihre Kraft bringe, das erzähle ich in dem Beitrag der Podcastserie Neustart 50+ von Yani Neugebauer.

Foto oben: Yani Neugebauer und Monika Koch, Fotograf: Jens Braune